Chaddy hat geschrieben:... (auch wenn sie ihre rechte Phase wohl längst hinter sich haben).
Nenn mir EIN jemals veröffentlichtes Lied der Onkelz, welches irgendwelche
rechte Tendenzen enthält! Von jemandem, der weiß wie schnell ein "Zocker" in den Medien ein "potentieller Killer" wird, hätte ich vor einer solchen Aussage erwartet, daß er nicht einfach nur den Medientenor zitiert, sondern sich mit dem Thema auseinander setzt.
Es gibt EINEN Song, welcher eine solche Tendenz zugegebenermaßen plausibel erscheinen lassen würde. Dieser Song wurde von 17-jährigen (Punks, denn damals gab es noch keine "Hautköpfe") mit einem Kassettenrekorder in einem Keller aufgenommen, was sich zu der Zeit auch einige ihrer Freunde kopiert haben. Nachdem die Onkelz bekannt (und älter) wurden, hat irgendjemand dieses Band illegalerweise kopiert und verschenkt/verkauft/..., was auch immer. Dieser Song hatte jedoch keine politische Orientierung, sondern entstand aus Wut über eine "Menschengruppe", von welcher es regelmäßig "auf´s Maul" gab. Das hätte auch alles andere sein können, waren nur damals in Frankfurt und Umgebung halt eben diese "zitierten".
Dieses Lied (und jede Menge andere, bei welchen es schlicht um saufen und Randale ging) wurde auch auf Veranstaltungen (ich glaube zwei) gespielt, welche definitv eine politische Motivation als Hintergrund hatten, ja! Wenn Du als Teen oder Twen Asche dafür bekommst, Deinen Schranz irgendwo runterzuleiern und Dir sogar jemand zuhört (ohne daß der Name Onkelz damals irgendeinen Bekanntheitsgrad hatte), würdest Du wahrscheinlich auch spielen.
Die Einordnung in die damals noch unpolitische Randgruppe "Hautkopf" entstand aus dem Punk, mit welchem Du Dich ja auszukennen scheinst. Ein Punker war ein Rebel. Irgendwann war jeder Bänker am Wochenende Punk, weil es cool war, böse zu sein. Den echten Punks wurde das zu blöd mit diesen Pseudo-Punkern, so daß sie sich erneut abzugrenzen versuchten. Um es mal kurz zu fassen, kam dann der "Oi". Sagen wir mal (nicht gnaz wörtlich nehmen) ein Punk ohne Haare. Daraus widerum entstand der "Hautkopf" (kam wie der Punk ebenfalls aus England), welcher quasi ein einfaches Arbeiterkind war. Hatte mit Politik nichts zu tun und war für alle diejenigen, welchen das dreckige Punkoutfit langsam zu blöd war, ordentlicher aussehen wollten, aber trotzdem nicht Mainstream. Diese "Hautköpfe" (lange nach dem ominösen Lied) haben sich dann die "Scheitelträger" (die HATTEN eine politische Einstellung) als Männer fürs Grobe, also dumme Schläger vor den politischen Karren gespannt. Und erst dann hatten "Hautköpfe" eine politische Gesinnung!
So wurde aus vielen Punks das, was wir heute für den typischen rechtsorientierten halten, damals damit aber nichts zu tun hatte! Als die Jungs aus Frankfurt merkten, daß sie vor einen Karren gespannt werden, nicht mehr freie Rebellen sind (was sie immer sein wollten), fand erneut ein Wandel zum "Langhaarigen" statt (nicht zu verwechseln mit z.B. linksorientierten Hippies). Und Punks wollten sie bis zum Schluß auch keine mehr sein, weil Ihnen deren (mittlerweile) Links- und damit politische Orientierung ebenso nicht gefiel.
Hier mal ein paar Textauszüge mit welchen sie über Jahrzehnte (von der Presse gut ignoriert) versuchten, Ihren Standpunkt klar zu machen:
Album "Weiss", Song "Deutschland im Herbst":
[youtube]
http://www.youtube.com/watch?v=FmonYkQ7x5U[/youtube]
Radiodurchsage:
Rostock:
Nach den ersten Ausschreitungen vor der zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Mecklemburg-Vorpommern, lieferten sich auch heute rund 1000, meist jugendliche Rechtsradikale Straßenschlachen mit der Polizei. Bei den, zum Teil bürgerkriegsähnlichen Krawallen gingen die Randalierer mit Steinen und Flaschen und Feuerwerkskörpern gegen die Sicherheitskräfte vor. Mehr als 110 Beamte wurden zum Teil schwer verletzt. Die Rechtsradikalen, die aus dem ganzen Bundesgebiet anreisten, drangen in das Erdgeschoss des Asylantenwohnheims ein und steckten unter dem Beifall von rund 2000 Schaulustigen Wohnungen in Brand. Die Polizei nahm 60 Personen fest. Das Ausland reagierte in Erinnerung an das nationalsozialistische Deutschland über die anhaltenden Unruhen im Stadtteil Lichtenhagen mit Sorge über zunehmenden Fremdenhass.
Ich sehe alle gegen alle
Jeder gegen jeden
Keine Achtung vor sich selbst
Keine Achtung vor dem Leben
Ich sehe blinden Hass, blinde Wut
Feige Morde, Kinderblut
Ich sehe
braune Scheiße töten
Ich sehe Dich
Refrain:
4x Deutschland im Herbst
Ich höre weiße Geräusche
Rassenreine Lieder
Ich höre
hirnlose Parolen
Von Idioten und Verlierern
Ich höre die Lügen der Regierung
Die Lüge Eures Lebens
Ich höre die Lügen über uns
Ich höre Dich
Refrain
(Radioansage von oben partiell eingespielt)
9x Deutschland im Herbst
Album "Viva loz Tioz", Song "Ohne mich" (nur ein Auszug)
[youtube]
http://www.youtube.com/watch?v=YzyIl5_ZesM[/youtube]
Und hier ein paar Worte an die rechte Adresse:
Leckt uns am Arsch, sonst gibts auf die Fresse!
Ich hasse euch und eure blinden Parolen.
Fickt euch ins Knie, euch soll der Teufel holen!
Ihr seit dumm geboren, genau wie ich.
Doch was ich lernte, lernt ihr nicht.
Ihr seit blind vor Hass, dumm wie Brot!
Ihr habt verschissen, eure Führer sind tot!
Ohne mich, mich kriegt ihr nicht!
Ich bin frei wie der Wind kapiert ihr das nicht?
Ohne mich, mich kriegt ihr nicht!
Ich hab das dritte Auge, seht ihr das nicht?
Du kannst Dir vielleicht vorstellen, daß "echte rechtsorientierte" spätestens nach solchen Textpassagen Mord und Totschlag Richtung Frankfurt geschworen haben!
Falls Du gerne liest und Dich die "wahre Geschichte" interessiert (solltest aber hart im nehmen sein und mit ungeschönter Wahrheit klar kommen

):
Klaus Farin - Buch der Erinnerung
Edmund Hartsch - Danke für nichts
Und nein, das hier habe ich alles nicht böse gemeint (zum Glück sind wir ja auch im Off Topic

), sondern stammt von einem "alten Mann", der mit der Musik groß (naja, auch nicht wirklich

) geworden ist, ebenfalls im Leben gelernt hat und auch Fehler gemacht hat, welche er heute bereut! Es war halt lange vor Deiner Zeit und ist vielleicht jetzt etwas nachvollziehbarer für Dich.
