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Borderliner71
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von Borderliner71 » Fr 13. Feb 2009, 12:44
Wahrscheinlich habt Ihr alle schon von dieser Tat/diesem Prozess gehört oder gelesen:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 07,00.html
Sicherlich ist es schwierig, verschiedene Kulturen unter einen Hut zu bringen! Was "wir Deutschen" für vertretbar bzw. nicht vertretbar halten, muß für andere Kulturen nicht gleichsam gelten.
Ich persönlich bin der Meinung, daß Morde im Namen der Ehre generell nicht vertretbar sind, obwohl ich andere Kulturen respektiere. Insbesondere gilt dies, wenn solche Morde hier in Deutschland begangen werden. Denn unsere Kultur (und wahrscheinlich auch die meißten anderen) verbietet dies und jeder Mensch der hier lebt, egal welcher Abstammung, sollte dann auch entsprechend unsere Kultur respektieren.
"Nach der Urteilsverkündung kam es vor Gericht zu tumultartigen Szenen: Die Angehörigen schrien auf, stürzten Richtung der gläsernden Sicherheitsabsperrung und trommelten mit den Fäusten dagegen. Ahmad Obeidi selbst warf mit einem Aktenordner nach dem Staatsanwalt, rief: "Du Hurensohn, ich ficke deine Mutter." Sicherheitsbeamte führten Verwandte Obeidis aus dem Saal."
Mord bleibt Mord und so wurde auch "geurteilt"!!! Die Tumulte nach der Urteilsverkündung sind einfach nur eine Frechheit.
Mich würde jetzt einfach mal interessieren, was Ihr dazu denkt! Insbesondere, da wir hier ja aus mehreren kulturellen Abstammungen zusammen gewürfelt sind. 
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wedeto
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von wedeto » Fr 13. Feb 2009, 13:03
Also ich bin da ganz deiner Meinung. Mord bleibt Mord.
Wie das in anderen Kulturen gehandelt wird, ist mir recht wurscht... Wir sind hier in Deutschland. Und hier gibbet sowas eben nicht. (Selbst wenn es sowas geben würde, wäre ich empört darüber)
Andere Länder, andere Sitten... (Andere Frauen, andere... Ähmmm... Handtaschen  )
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schmerzenbringer
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von schmerzenbringer » Fr 13. Feb 2009, 14:15
Mmmmmmmh, schon ein sehr schweres Thema für ein Forum wie dieses!!
Aber warum nicht!
Die Begründung für soetwas kann ich leider nicht nachvollziehen, da ich mich mit diesem Kultur-Kreis nicht beschäftigt habe.
Das hier Gesetzte gebrochen wurden, die zu einer Bestrafung führen war ohnehin klar. Das die Familie den Sohn ersteinmal nicht wiedersehen wird, war von Anfang an ebenfalls klar!
Warum sie dieses Ausraster Theater gemacht hat bzw. haben, versteh ich nicht und will es auch nicht verstehen!
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ADMIRAL
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von ADMIRAL » Fr 13. Feb 2009, 16:12
Mich hat das Thema auch geschockt !
Aber nicht nur die Tat an sich, sondern die Meinungen und Reaktionen!
Es wird ja vieles unter dem Mantel der verschiedenen Sitten und Gebräuche und vor allen Dingen im Namen eines ach so tollen Glaubens schön geredet oder als „so ist es eben“ abgetan.
Eine Frage der Ehre…. Das ich nicht lache.. Was für eine Ehre hat denn ein Mensch, der sich das Recht nimmt, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen !!??
Es gibt sicher noch Gebiete auf diesem Erdball, wo Völker sehr unverständliche Rituale ausführen, wo die vermeintlich zivilisierte Welt nur den Kopf schüttelt! Aber diese Tat hat nich mal im Ansatz eine andere Meinung verdient als „FALSCH“ !!
Jeder der einen anderen Menschen tötet (vorsätzlich natürlich) hat es eigentlich selber nicht verdient, weiter zu leben! Aber jetzt kommt der Widerspruch.. Ich bin ein grosser Gegner der Todesstrafe! Nur wie soll das jetzt zusammen passen..
Dafür habe ich auch keine Lösung oder Antwort.. Es darf einfach nicht so weit kommen, dass man sich über so etwas Gedanken machen muss! Leider ist dies aber durch solche Taten nicht möglich.
Dann gibt es auch noch Menschen, die als Verteidiger versuchen, diesem Menschen zu helfen (ja ja.. is ja Ihr Job) z z z. Das Strafmaß zu drücken usw.. Also nach meiner Meinung darf es ohne Ausnahme für einen Mord, der zu 100% nachgewiesen und vorsätzlich geschehen ist keine Verteidigung geben, sondern NUR ein Urteil !! Aber Lebenslänglich heist ja in Deutschland z.B. nicht mal „lebenslänglich“…. In manchen Ländern bekommt man sogar 5x Lebenslänglich und kommt wieder raus.. z z z
Aber das sind wir ja eher in Richtung „Urteile und Strafen“… Das ist ja eher nicht so das Thema.
Für mich haben solche Menschen nicht das Recht das Wort „Ehre“ in den Mund zu nehmen und sich damit auch noch in Verbindung zu bringen.. Völlig egal aus welchem Land ein Mensch kommen mag!
Gruss
Admiral
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mad_flyer_one
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von mad_flyer_one » Fr 13. Feb 2009, 16:55
Ich werde in den nächsten Tagen noch einen Beitrag dazu verfassen.
Vorab: Ein sogenannter "Ehrenmord" hat nix mit dem Glauben zu tun.
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ADMIRAL
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von ADMIRAL » Fr 13. Feb 2009, 18:07
mad_flyer_one hat geschrieben:Vorab: Ein sogenannter "Ehrenmord" hat nix mit dem Glauben zu tun.
Hat es auch nicht mad...
Dann war es ein bischen durcheinander geschrieben.
Es waren ein parr Beispiele um die verschiedenen Auslegungen von "Mord" zu beschreiben.
"Ehrenmord" gibt es für mich auch nicht... Denn das Wort Ehre ist in diesem Zusammenhang nicht zu benutzen !! "Mord" fertig aus..
Aber ich bin gespannt, was Du dazu schreiben wirst...
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Borderliner71
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von Borderliner71 » Fr 13. Feb 2009, 20:37
Wie heikel dieses Thema ist, war mir schon bewußt. Ich wollte aber niemanden hier mit so etwas in Verbindung bringen und auch nicht, daß hieraus ein Streitgespräche oder eine hitzige Diskussion wird!
Der "Glaube" hat auch nach meiner Meinung nichts damit zu tun (daher habe ich dieses Wort bewußt nicht benutzt), wahrscheinlich war aber auch das Wort "Kultur" etwas unglücklich gewählt.
Soweit ich das verstanden habe, wurde dieser angebliche "Ehrenmord" aber in gewissem Sinne mit dem Glauben begründet. Laut Recherche des Richters weicht die rechtliche Auslegung dieser Tat in Afghanistan, dem ursprünglichen Herkunftsland der Familie (und um deren "Ehre" ging es ja), jedoch nicht von der deutschen ab. Auch in Kabul wäre er ebenso verurteilt worden.
Die Frage (ADMIRAL hat es ja praktisch schon geschrieben) "wie kommt jemand auf die Idee, Ehre und Mord in Zusammenhang zu bringen und das mit was auch immer zu rechtfertigen?" wäre wohl die bessere und treffendere Wortwahl gewesen! Also bitte nicht falsch verstehen!!!
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