Dieses Jahr treten zwei große Shooter-Serien gegeneinander an. Doch obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich scheinen, offenbaren Battlefield 3 und Call of Duty: Modern Warfare 3 deutliche Unterschiede.
Nahezu gleichzeitig, Ende Oktober und Anfang November, prallen zwei Fronten aufeinander. Electronic Arts und Dice schicken mit Battlefield 3 den mittlerweile achten Ableger der Shooter-Reihe ins Rennen, Activision den neunten Teil der Call of Duty-Serie: Modern Warfare 3.

Während sich die Battlefield-Serie seit dem Erstling Battlefield 1942 mal etwas mehr, mal etwas weniger weiterentwickelt hat, soll Battlefield 3 nun einen Quantensprung hinlegen: Electronic Arts verspricht einen Shooter der nächsten Generation, einen technischen und spielerischen Meilenstein. Bei Call of Duty herrscht derweil gefühlter Stillstand, der letzte Serienteil Black Ops wurde von der Community für seine Innovationsarmut kritisiert. Kann Modern Warfare 3 die Staganation durchbrechen und gegen Battlefield 3 auftrumpfen?
GameStar-Ausgabe 08/2011: Battlefield 3 vs. Modern Warfare 3
Der folgende Vergleich ist freilich nur ein Kurzabriss, mit Abhandlungen über Battlefield 3 und Modern Warfare 3 könnte man ganze Hefte füllen. Und genau das haben wir getan: In GameStar-Ausgabe 08/2011 stellen wir in der Titelgeschichte die beiden Top-Shooter auf 14 Seiten gegenüber und informieren über Unterschiede und Gemeinsamkeiten, über Stärken und Schwächen.
Außerdem halten wir fest, welches Spiel sich an welche Zielgruppe richtet – und was, aller Euphorie zum Trotz, bei Battlefield 3 noch schiefgehen kann.
Außerdem in GS 08/2011: Vollversionen Universe at War & Enemy Engaged 2; Die Redaktion 67: Back to the Future und vieles mehr.
Die Solo-Kampagne: Battlefield 3
Auch wenn der Multiplayer-Modus, das Aushängeschild von Battlefield 3 bleibt, betreibt Dice zugleich viel Aufwand für ein rundes Einzelspieler-Erlebnis.
Genaure Details zur Hintergrundgeschichte, die im Jahre 2014 spielen soll, sind bisher spärlich. Als sicher gilt, dass sich Battlefield 3 um einen Konflikt zwischen Amerikanern, Russen und Nahostlern dreht. So besuchen wir wohl neben dem irakisch-iranischen Grenzgebiet auch Städte in Zentraleuropa - darunter Paris. Dabei sind wir für gewöhnlich mit KI-gesteuerten Kameraden unterwegs, Befehle erteilen können wir den Mitstreitern allerdings nicht.
Dice verspricht für den Solo-Part neben vergleichsweise linearen Schauplätzen wie irakischen Straßenschluchten auch weitläufige Areale, in denen wir serientypisch am Steuer diverser Kriegsgeräte platz nehmen können – etwa in einem Panzer. Außerdem versuchen die Entwickler, Abwechslung ins Spiel zu pumpen. Zum Beispiel verlassen wir kurz den Steuerknüppel des Panzers, um in einer schwarzweißen Drohnen-Draufsicht Ziele für einen A10-Bomber zu markieren. Laut der Entwickler soll die Kampagne rund zwölf Stunden lang unterhalten.
Die Solo-Kampagne: Modern Warfare 3
Modern Warfare 3 schließt storytechnisch an seinen direkten Vorgänger an. Da in Modern Warfare 2 ein amerikanischer Agent (also wir) als Terrorist getarnt an einem Massaker am Moskauer Flughafen teilgenommen hat, bläst Mütterchen Russland zum Rachefeldzug. Die Russen legen die Überwachungssatteliten der USA und somit ihre Verteidigung lahm und dringen in New York ein.
Natürlich lassen sich die Vereinigten Staaten so etwas nicht bieten und schicken die Delta Force inklusive dem Frontkämpfer »Frost« (also uns) los, um die Russen wieder aus dem Land zu ballern. Wie bei Call of Duty üblich bleibt’s nicht bei einem einzigen Alter Ego. So kämpfen wir uns später etwa auch als Sergeant Burns von der SAS durch London. Außerdem stehen Besuche in Paris und sogar in Deutschland auf dem Reiseplan.
An der Spielmechanik ändert sich allem Anschein nach wenig. Das Spiel bombardiert uns erneut mit zahlreichen, spektakulären Skript-Sequenzen, die immer mal wieder von Ballereinlagen gegen weniger raffinierte, dafür aber massenweise auftretende Gegner unterbrochen werden. Für Abwechslung sollen Fahrzeugeinlagen sorgen, bei denen wir aber nur den Bordschützen mimen. Über die angepeilte Spielzeit ist bisher nichts bekannt, wir vermuten aber nicht, dass sie im Vergleich zu den früheren Call of Duty-Spielen exorbitant steigen wird.
Der Mehrspieler-Modus: Battlefield 3
Battlefield 3 wird keinen LAN-Modus bieten, das hat uns der Producer Patrick Bach auf der E3 bestätigt. Über die sonstige Serverstruktur macht Dice noch keine Angaben. Dedicated Server soll es allerdings geben.
Gestrichen wurde dafür der aus Battlefield 2 bekannte Commander-Modus, da sich Dice nach eigener Aussage lieber auf Spielelemente konzentrieren möchte, von denen alle Spieler etwas haben. Squads kann man hingegen nach wie vor bilden, in jedes Team passen vier Spieler, der Anführer dient als mobiler Wiedereinstiegs-Punkt. Auf den Schlachtfeldern treffen bis zu 64 Spieler aufeinander. Mehr wären zwar technisch möglich, würden die Performance und die Verbindungsqualität aber zu sehr belasten – sagt zumindest Dice.
Neben dem altbekannten »Conquest«-Flaggenerobern wird Battlefield 3 noch weitere Multiplayer-Modi bieten. Bereits enthüllt sind das aus Bad Company 2 bekannte »Rush« sowie (Team-)Deathmatch. Außerdem verspricht Dice zusätzliche Varianten, übe die sich die Entwickler aber noch ausschweigen. Battlefield 3 mit »Captur the Flag« oder »Suchen und Zerstören«? Möglich wär’s. Fahrzeuge kommen wohl in allen Modi zum Einsatz, Kampfjets wird’s allerdings nur auf Conquest-Karten geben.
Der Mehrspieler-Modus: Modern Warfare 3
Zum regulären Mutliplayer-Modus schweigt sich Activision bisher noch aus. Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich das Spielprinzip und die Modi gegenüber den Vorgängern ändern werden. Daher richten sich die Mehrspieler-Gefechte von Modern Warfare 3 wohl erneut an Fans schneller Action, inklusive Rangaufstieg und der Freischaltung neuer Ausrüstungsgegenstände sowie Fertigkeiten.
Zur Freude der Fans kündigte Activision für Modern Warfare 3 die Rückkehr des »Spec Ops«-Modus’ an, den viele Spieler in Call of Duty: Black Ops vermissten. In Spec Ops können erneut zwei Spieler kooperativ überarbeitete Missionen aus dem Einzelspieler-Modus bestreiten. Hinzu soll der sogenannte Survival-Modus kommen, in dem es die Aufgabe der Spieler ist, gegen immer stärker werdende Feindeswellen zu bestehen. Der Spec-Ops-Modus soll gegenüber Modern Warfare 2 derart aufgebohrt werden, dass ihn Infinity Ward, neben Einzel- und normalem Mehrspielerm-Modus, gar als das »dritte Standbein« des Spiels bezeichnet.
Rechtzeitig zum Release von Modern Warfare 3 plant Activision auch die Einführung der Mehrspieler-Plattform Call of Duty: Elite, die Spielerstatistiken archiviert. Die Anmeldung ist grundsätzlich kostenlos, bestimmte Funktionen bleiben allerdings Premium-Mitgliedern vorenthalten, die für Call of Duty: Elite bezahlen. Dafür sollen sie unter anderem Zugang zu Bonus-Inhalten wie Kartenpaketen und neuen Spielmodi erhalten. Der Preis steht noch nicht fest, die Abo-Gebühren werden aber voraussichtlich unter denen anderer Online-Dienste mit Monatsgebühren liegen. Der reguläre Multiplayer-Modus soll kostenlos bleiben.
Mehr zu Battlefield 3 vs. Modern Warfare 3 in GameStar-Ausgabe 08/2011
Quelle: http://www.gamestar.de



