In einem Statement legt Blizzard nun einige eher schockierende Neuigkeiten zum kommenden Diablo III offen. Darin geht es um Mods, den Offline-Modus und Ingame-Items.
Gut, nach genauerem hinsehen wird klar, dass es hier nicht um die drei oben genannten Dinge geht, sondern eher um Geld, Geld und äääähh ... richtig, Geld. Um den Teaser-Text in anderen Worten und mit dieser neuen Erkenntnis wiederzugeben: KEINE Mods, KEIN Offline-Modus und Ingame-Items für, ganz genau, bares Geld.
Nach dieser zugegebenermaßen reißerischen Einleitung wird es wohl Zeit für ein paar erklärende, objektivere Worte. Schauen wir uns die Punkte einmal nacheinander genauer an:
Es wird einen Ingame-Shop geben, in dem Spieler ihre nicht mehr gebrauchten Items gegen Geld verkaufen und neue, bessere Ausrüstung einkaufen können. Dieses System soll Casual-Gamern, die mehr Geld als Zeit haben erlauben, auf einem ähnlichen Equipment-Niveau wie Vielzocker zu sein, um nicht den Anschluss zu verlieren. Hardcore Spieler dagegen können ihre Items verkaufen und daraus finanziell profitieren, was, so Blizzard, ohnehin ablaufen würde, allerdings auf einer illegalen Ebene (siehe z.B. Goldfarming in World of Warcraft). Blizzard erhält für das Einstellen von Items in dieses Auktionshaus und nach dem Abschluss des Geschäfts mit einem Käufer einen festen Betrag. Der Konzern betont aber, dass sie mit diesem System keinen Profit machen wollen, diese "Steuer" soll nur das System selbst finanzieren.
"We talked about this as a service we wanted to provide players, and not primarily as a financial model… we don’t know if it will make us money. It would be nice if it did, but as long as we don’t lose money, that’s really what we care about: that we provide the players with a great experience that doesn’t put us out of business."

Diablo-3-Auction-House-Listings
Geld, welches Spieler in diesem Auktionshaus verdienen, können sie zum Kauf von Items einsetzen, oder sich von einem bisher unbekannten Dritt-Dienstleister gegen eine neuerliche Gebühr auszahlen lassen. Erwähnenswert ist, dass trotzdem ein "normales" Auktionshaus integriert wird, in dem Spieler Items in der Währung des Spiels kaufen und verkaufen können. Inwieweit dies bei der Aussicht auf Profit im Echtgeld-Auktionshaus noch genutzt werden wird, ist allerdings fraglich.
Zusammenfassend gesagt: Ganz uninteressant ist das System an sich ja nicht. Vielspieler können sich so ein wenig dazu verdienen, etwas, was über Account-, Item- oder Goldverkauf im Internet ohnehin illegal abgelaufen wäre und Casuals haben so die Möglichkeit, ohne großen Aufwand mitzuhalten. Zudem schafft dieses System eine legale Nische für Item-Farming:
"What’s the difference between a player that plays the game a lot and a gold farmer? They’re really doing the same activity. If you are doing an activity where all you’re trying to do is generate items for the auction house, you’re not making someone else’s game experience poorer. If anything you’re making the game better, because you’re generating items for the auction house that people want to purchase."
Kein Offline-Modus will heißen, dass hier der selbe DRM-Mechanismus wie schon in Starcraft 2 zum Einsatz kommen wird, zum Spielen wird man also permanent mit dem Internet verbunden sein müssen. Hintergrund dieser Entscheidung ist wohl hauptsächlich der oben genannte Echtgeld-Shop. Gibt man dem Spieler die Möglichkeit, offline Items zu bekommen, die er online verkaufen kann, ist ein guter Nährboden für Betrüger gelegt. Spieler müssten daher einen separaten Online- und Offline-Charakter erstellen, was man bei Blizzard nicht wollte.
"One of the things that we felt was really import was that if you did play offline, if we allowed for that experience, you’d start a character, you’d get him all the way to level 20 or level 30 or level 40 or what have you, and then at that point you might decide to want to venture onto Battle.net. But you’d have to start a character from scratch, because there’d be no way for us to guarantee no cheats were involved, if we let you play on the client and then take that character online."
Dass es keinen Offline-Modus gibt, bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass es nicht mehr möglich ist alleine zu spielen. Man muss eben nur permanent mit dem Internet verbunden sein.
Die schwerwiegendste Neuigkeit ist aber das Verbot von Mods für Diablo 3. Auch diese Einschränkung ist schätzungsweise auf den Item-Store zurückzuführen. Da hier Items für echtes Geld angeboten werden, wird alles unterdrückt, was dem Spieler in irgendeiner Weise einen Vorteil verschaffen könnte. Ein Beispiel wäre ein Bot-Mod, mit dem Spieler ohne Aufwand große Mengen an Items farmen könnten.
"For a variety of gameplay and security reasons, we will not be supporting bots or mods in Diablo III, and they’ll be expressly prohibited by our terms of use for the game."
Vor diesem Hintergrund ist klar, warum Blizzard nicht nur auf einen Mod-Support verzichtet, sondern ihn ausdrücklich in ihren AGBs verbieten wird.
Was haltet ihr also von dieser neuen Entwicklung?
Als ganz leisen Protest an dieser Entwicklung wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit dem Gameplay-Trailer zum Diablo-inspirierten Torchlight 2, das am 27. September erscheint. Tochlight 2 wird einen Coop-Modus und LAN unterstützen, hat Mod-Support und ist über Amazon bereits für EUR 20 vorbestellbar.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=NeVj6O4j ... r_embedded[/youtube]
Relevante Links »
* Kein Offline-Modus (Quelle/Zitate)
* Mod-Verbot (Quelle/Zitate)
* Auktionshaus (Quelle/Zitate)
Quelle: http://www.figh7club.com



